„Goethe oder Das Glück ist immer anderswo“ 20.2.2018

20. Februar 2018
22:30bis23:15

Meinhard Prill zeigt, wie der Dichterfürst Goethe mit seinem Faust den modernen Menschen von heute vorausgeahnt hat.

Eigentlich möchte man meinen, zu Goethe, der als der bedeutendste deutsche Schriftsteller gilt, sei wirklich schon alles gesagt. Im Epochenbruch zur Moderne war er seiner Zeit im Denken jedoch teilweise so weit voraus, dass man ihn erst heute richtig versteht.

Sein Hauptwerk, in dem Faust mit dem Teufel eine Wette eingeht, dass er nie zufrieden sein wird mit dem Leben, dass er nie „Verweile doch! Du bist so schön!“ zum Augenblick sagen wird, dieses Hauptwerk lässt sich, wie der Goethe-Forscher Michael Jaeger erkannt hat, als Parabel lesen auf die globalisierte und beschleunigte Welt, in der die Menschen ihr ganzes Glück im unaufhörlichen Konsum suchen und es höchstens in der Zukunft vermuten. Hat Goethe in Faust also die Mentalität des modernen Menschen, der ganz dem „Schneller, Höher, Weiter“ verfallen ist, vorausgeahnt?

WERBUNG:

Filmautor Meinhard Prill hat sich umgesehen, wie tragfähig diese These ist. Er hat neben Michael Jaeger mit dem Goethe-Biografen Rüdiger Safranski gesprochen und mit Dirk Müller, berühmt als „Mister Dax“ an der Frankfurter Börse. Denn wenn Goethe seinen „Faust“ heute schreiben würde, er käme an den Unternehmern im gnadenlosen Konkurrenzkampf und der Börse, in der Computer mittlerweile im Nanosekunden-Takt mit Aktien handeln, nicht vorbei.