„Unsere Tracht und die Macht“ 5.3.2018

5. März 2018
21:00bis21:45

„Unsere Tracht und die Macht“ am Montag, 5.3.2018, um 21:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

Teil 1 – Majestäten in Lederhosen
Dokumentation
Produziert: 2014

Eine Reise durch 200 Jahre bayerischer Geschichte, die schildert, wie Kleidungsstücke zu Symbolen kultureller Identität werden und diese prägen.

Was man heute unter „Tracht“ versteht, ist kaum 150 Jahre alt. Die Wittelsbacher wollten ihrem neu geschaffenen Königreich eine unverwechselbare Identität geben. Deshalb kreierten und förderten sie eine Nationaltracht, die zum Symbol für Bayern schlechthin wird.

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In der zweiteiligen Dokumentation räumt Katarina Schickling auch mit zahlreichen Klischees und Irrtümern auf: So war die Lederhose nie Arbeitskleidung der breiten Masse, sondern das exklusive, teure Kleidungsstück herrschaftlicher Jäger. Das Dirndl ist eine Entwicklung des späten 19. Jahrhunderts, ein modisches Sommerkleid für die Städterin in der Sommerfrische, das nur sehr vage an das Kleid der Bäuerin angelehnt ist.

Frühe Filmaufnahmen vom Münchner Oktoberfest zeigen, wie unsere Vorfahren auf die Wiesn gingen: im Sonntagskleid und dunklem Anzug.

Immer wieder wird die Tracht im Laufe der Zeit instrumentalisiert: Von den Bürgerwehren der frühen 1920er-Jahre, die mit Gamsbart und Lederhose gegen Kommunisten ziehen, von Monarchisten, die in Weimarer Zeiten der bayerischen Eigenstaatlichkeit nachtrauern, von Nationalsozialisten, die das Gewand der Bauern für ihre Blut- und Boden-Ideologie missbrauchen und von Nachkriegspolitikern, die sich mit Janker und Dirndl ein volkstümliches Image verschaffen wollen.

Gleichzeitig wird die Tracht zum wichtigen Wirtschaftsfaktor: für den Fremdenverkehr und für einheimische Schneider und Säckler.