„Meister des Todes“ 21.3.2018

21. März 2018
20:15bis21:45

„Meister des Todes“ am Mittwoch, 21.3.2018, um 20:15 Uhr im Ersten

Fernsehfilm
Produziert: Deutschland, 2015

Deutsche Waffen tauchen in vielen Krisengebieten der Welt auf, entgegen den angeblich restriktiven staatlichen Kontrollmechanismen. Im Zentrum der Kritik stehen deutsche Waffenfirmen.

Der Thriller „Meister des Todes“ greift diese Thematik auf und erzählt von einer solchen Firma. Die Geschichte des Films ist fiktiv, wenn auch inspiriert durch aktuelle Recherchen.

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Eine Waffenfirma in wirtschaftlicher Bedrängnis von Finanzinvestoren übernommen und nun unter enormen Druck gesetzt, die Umsätze zu steigern, betreibt immer umfangreichere Exportgeschäfte an immer fragwürdigere Kunden – bis an die Grenzen der Illegalität. Als ein junger Mitarbeiter miterlebt, wie an allen Gesetzen vorbei Waffen nach Mexiko, ein von Gewalt, Korruption und Drogenkrieg seit Jahren schwer gebeuteltes Land, geschleust werden, und zum Zeugen brutaler Gewalt wird, gerät er in eine Krise. Trotz psychologischem Druck und physischer Bedrohung entschließt er sich, auszupacken. Als Aussteiger nimmt er Kontakt zu einem Friedensaktivisten auf und tritt eine Lawine los, die auch seinen Vorgesetzten mit sich reißt und bis in die oberen Ränge der Genehmigungsbehörden reicht.

Peter Zierler, junger Familienvater in einem beschaulichen südwestdeutschen Städtchen, arbeitet beim Waffenhersteller HSW wie schon sein Vater und die meisten seiner Freunde. Fest verwurzelt in der HSW-Familie, sind Herstellung und Vertrieb von Waffen für Peter eine unhinterfragte Selbstverständlichkeit. Peters Chef Alexander Stengele ist gerade zum Vertriebschef der Firma befördert worden, er genießt das Vertrauen des Geschäftsführers Heinz Zöblin und hat aktuell die Aufgabe, Militär und Polizei in Mexiko von der neuesten Generation der HSW-Waffen zu überzeugen. Als Begleitung von Alex bekommt Peter die Chance, mit nach Mexiko zu reisen, wo er als hervorragender Schütze eindrucksvoll die Qualitäten eines neuen Gewehrs vorführt.

Vor Ort ist der Deutsche Otto Lechner für die Firma im Einsatz, durch ihn lernt Peter die Taktiken im Auslandsgeschäft kennen: die Bedeutung der Beziehungen zur deutschen Botschaft, die Kontaktpflege in die Generalität und die entsprechenden Ministerien in Mexiko Stadt. Tatsächlich gelingt es den HSW-Mitarbeitern, einen großen Deal für ihre Firma einzufädeln.

Daheim in der Firmenzentrale herrscht darüber große Zufriedenheit. Allerdings genügt Mexiko wegen der Menschenrechtsverletzungen nicht den Anforderungen des deutschen Kriegswaffenkontrollgesetzes, das Geschäft droht zu scheitern. Erst als die Firma mit den Behörden still und heimlich die Übereinkunft trifft, diejenigen Provinzen, in denen der mexikanische Drogenkrieg am heftigsten tobt, von der Lieferung auszunehmen, wird der Export genehmigungsfähig und das Mexiko-Geschäft perfekt.

Um die Anwender zu schulen, reisen Alex und Peter ein zweites Mal nach Mexiko. Auch in eigentlich gesperrten Provinzen werden sie tätig. Diese Reise ist für den jungen Waffenexperte ein Schock. Peter erlebt, wie tödlich hier Realität sein kann und dass die von seiner Firma gelieferten Waffen dabei zum Einsatz kommen. Bei einer Demonstration von oppositionellen Studenten eskaliert die Situation zwischen den Demonstranten und der überaus nervösen Polizei. Fassungslos beobachtet Peter, wie Schüsse fallen. Eine junge Frau wird mit einem HSW-Gewehr erschossen und stirbt noch auf der Straße. Peter ist tief verunsichert. Auch weil seine Kollegen Alex und Otto Lechner seinen Schrecken nicht teilen. Nur mit großer Mühe kann er seinen Einsatz in Mexiko hinter sich bringen.

Zurück in Deutschland lässt Peter das Erlebte nicht mehr los. In der Firma will niemand seine Einwände hören. Stattdessen versuchen Alex Stengele und Geschäftsführer Zöblin, ihn wieder auf Kurs zu bringen. Doch Peter kann nicht mehr zurück, auch wenn er und seine Frau Maria dadurch ein Eheproblem bekommen und im Ort zu Ausgestoßenen werden. Von HSW kommt ein Abfindungsangebot, das mit einer Schweigeverpflichtung und einer exorbitanten Vertragsstrafe verbunden ist.

Peter lehnt ab. Als eines Abends auf ihn und seine Familie sogar geschossen wird, geht er in die Offensive. Er beschließt, öffentlich gegen die Exportpraxis von HSW Stellung zu beziehen.

Ein Friedensaktivist wird sein Verbindungsmann, der ihm auch hilft, seine Familie in Sicherheit zu bringen. Der Staatsanwalt nimmt Ermittlungen auf. Daraufhin gerät Alex als Peters unmittelbarer Vorgesetzter in der Firma unter massiven Druck. Als man Alex für die illegalen Exporte nach Mexiko verantwortlich macht, ist auch er bereit, sich gegen HSW zu positionieren.

Für die Staatsanwaltschaft werden die beiden so zu wertvollen Zeugen. Aber das Leben von Peter und seiner Familie wird nie wieder dasselbe sein.

Besetzung:

Peter Zierler Hanno Koffler
Alex Stengele Heiner Lauterbach
Maria Zierler Alina Levshin
Sabine Stengele Veronica Ferres
Otto Lechner Udo Wachtveitl
Heinz Zöblin Axel Milberg
Moritz Hollstein Herbert Knaup
Andreas Niethammer August Zirner
Kurt Weisgerber Michael Brandner
Bernd Herkenrath Michael Roll
Lisbeth Kraus Barbara Philipp
Penelope Rosales Daniela Schmidt
General Aquila Fernando Becerril
Pina Aquila Maya Zapata
Victor Rosales Nestor Rodulfo
Ulrich Hemberger Christian Oliver
Staatsanwalt Christof Wackernagel

Regie:
Daniel Harrich
Drehbuch:
Gert Heidenreich
Musik:
Ian Honeyman
Kamera:
Gernot Roll
Redaktion:
Manfred Hattendorf (SWR), Michael Schmidl (SWR), Christine Strobl (ARD Degeto), Claudia Gladziejewski (BR)