„Der Traum von blühenden Landschaften – Das erste Jahr nach der Wende“

Die große Samstags-Dokumentation „Der Traum von blühenden Landschaften – Das erste Jahr nach der Wende“ am 5. März um 20:15 Uhr bei VOX
Köln 1.3.2011 (ots) – In „blühende Landschaften“ wollte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl die neuen Bundesländer im Jahr 1990 verwandeln. Rund 20 Jahre nach der Wiedervereinigung macht SPIEGEL TV Autor Thomas Schaefer nun eine Bestandsaufnahme. In der großen Samstags-Dokumentation „Der Traum von blühenden Landschaften – Das erste Jahr nach der Wende“ (am 5. März um 20:15 Uhr bei VOX) begibt er sich auf eine Zeitreise durch Ostdeutschland und macht deutlich, wie sich die neuen Bundesländer in den letzten 20 Jahren verändert haben. Über ihre persönlichen Eindrücke und Erlebnisse während und nach dem Mauerfall sprechen u.a. Gregor Gysi (Politiker), Katrin Sass (Schauspielerin), Renate Künast (Politikerin) und Hans-Hermann Tiedje (ehem. BILD-Chefredakteur).

9. November 1989: Nach 28 Jahren „fällt“ in Berlin die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland. „Es war für mich eine solche Befreiung in diesem Jahr. Ein Schriftsteller hat vor Kurzem gesagt: Die Freiheit ist immer nur dann von besonderem Wert, in dem Moment, wo man sie sich erkämpft. Wenn man sie hat, ist es vorbei. Das Gefühl hatte und habe ich bis heute, dass das jetzt nicht mehr geschätzt wird. Jetzt hat man sie und jetzt meckert man“, meint Schauspielerin Katrin Sass. Denn nach der Euphorie über das Ende der DDR setzt bei vielen Bürgern schnell Ernüchterung ein. Statt „blühender Landschaften“ sind die ersten Jahre nach der Wende gezeichnet durch Firmenpleiten, Rechtsradikalismus und Arbeitslosigkeit. „Die DDR hatte ein System aufgebaut, das auch auf dem Gefühl basierte, es ging jemand zur Ausbildung zur Reichsbahn und hat dann bis zur Rente gearbeitet. Es sind teilweise Jobs künstlich erhalten worden, obwohl gar kein Bedarf da war. Der Westen hatte eine ganz andere Fluktuation und auch Arbeitslosigkeit. Das war ein kultureller Schock, wo es schwierig war, dass Menschen sich umgewöhnen und verändern“, so Renate Künast. Ein Problem, das bis heute nicht komplett gelöst wurde. Die Arbeitslosenquote im Osten ist mit 13,5 Prozent nach wie vor fast doppelt so hoch wie im Westen (7,5 Prozent).*

Doch der Osten ist auf dem Vormarsch – und in manchen Bereichen sogar bereits am Westen vorbeigezogen. „Wir kommen langsam in die Situation, wo in den neuen Bundesländern die technischen Grundlagen viel besser sind als in den alten Bundesländern. Die ganze digitale Welt findet nicht in Westdeutschland statt, sondern in den neuen Ländern. Die Ausstattung ist viel breiter und die Zukunftschancen auch für viele Betriebe schätze ich als höher ein als im Westen,“ so Hermann Tiedje. Eine Entwicklung, die für Schauspielerin Katrin Sass ohne die finanzielle Unterstützung und das Know-How aus Westdeutschland so nicht möglich gewesen wäre: „Ich bin heute genauso wie damals dankbar, dass wir den deutschen Bruder neben uns hatten. Das haben die Bulgaren und Ungarn nicht. Die müssen sich selber irgendwie da herausmanövrieren und die haben die Chance gar nicht. Denen geht es heute noch dreckig.“

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Die große Samstags-Dokumentation „Der Traum von blühenden Landschaften – Das erste Jahr nach der Wende“ (5. März 2011 um 20:15 Uhr bei VOX) ist nach „Der letzte Sommer der DDR“ und „Das Ende der DDR – Vom Mauerfall bis zur Wiedervereinigung“ (beide aus 2009) der dritte Teil einer Trilogie von SPIEGEL TV-Autor Thomas Schaefer zur deutschen Einheit.

*Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)