„Mode, Mädchen und Moneten – Hinter den Kulissen der Beauty-Industrie“ 17.3.2011

Exklusiv-Interview mit Christian Caro, Vater des verstorbenen Magermodels Isabelle Caro, in der Dokumentation „Mode, Mädchen und Moneten – Hinter den Kulissen der Beauty-Industrie“ am 17. März bei VOX
Köln 14.3.2011 (ots) – Ihr Schicksal bewegte Millionen: Die junge Französin Isabelle Caro verstarb im November 2010 nach langen Jahren der Magersucht an einer Lungenentzündung. Zuletzt wog sie nur 28 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,64 Meter. Bekannt wurde die angehende Schauspielerin durch eine schockierende Plakatkampagne des italienischen Star-Fotografen Oliviero Toscani, mit der sie gegen den Schlankheitswahn vorgehen und vor Anorexie warnen wollte. So wurde sie weltweit zum tragischen Gesicht einer heimtückischen Krankheit und erlangte zweifelhaften Ruhm. Isabelle selber konnte den Kampf gegen die Magersucht nicht gewinnen. In einem exklusiven Interview äußert sich erstmals der Vater der jungen Französin, Christian Caro, in der Dokumentation „Mode, Mädchen und Moneten – Hinter den Kulissen der Beauty-Industrie“ (17. März, 22:30 Uhr bei VOX) zum Schicksal seiner jungen Tochter und erhebt schwere Vorwürfe:

Christian Caro:

„Ein Designer, der ein Model bucht, beschäftigt sich nur ein paar Stunden mit ihr. Er macht sich keine Gedanken über die Konsequenzen, die medizinische Seite der Magersucht. Meine Tochter hat auch Defilees gemacht und NIEMAND hat sich um ihre Magersucht gekümmert.“

WERBUNG:

„Models sind nur Produkte eines schnellen Konsums. Das macht diesen Menschen überhaupt kein Problem. Sie interessiert nur, dass ein Kleid perfekt am Körper eines Models aussieht. Der Rest ist ihnen egal.“

„Es war nicht immer leicht, man musste Isabelle immer beobachten. Es gab Tage, da konnte sie nicht einmal mehr alleine laufen. Sie hatte darüber hinaus enorme körperliche Schmerzen, wenn sie in einer Fernsehsendung aufgetreten ist, oder auf einer Bühne, wenn sie geschauspielert hat und Filme gedreht, denn sie war auch in einigen Kinofilmen. Das war immer übermenschlich, was sie sich da abverlangt hat, wirklich nicht einfach.“

„Mode ist schön, aber man darf nicht in dieses System der Magersucht fallen, das ist der Horror. Ein Mädchen, das mager ist, ist nicht schön. Ich habe oft geweint, meine Tochter so zu sehen. Es ist traurig. Eine junge Frau, schön und Frauen sind schön – warum soll man das absichtlich zerstören?“

„Die Krankheit zeigte sich bei Isabelle zum ersten Mal im Alter von 13 Jahren – wie bei vielen Jugendlichen, aber nur kurzfristig, wirklich ausgebrochen ist sie im Alter von 22 Jahren.“

Die Plakatkampagne gegen Magersucht mit Isabelle Caro erschien im Rahmen der Mailänder Fashion Week: Christian Caro: „Es war teilweise sehr schwer für sie und belastete sie. Manchmal sagte sie, dass sie es kaum noch ertragen konnte. Selbst für mich, wenn ich mit ihr einkaufen ging, war es schon hart und jetzt zum Ende hin, kaum noch auszuhalten. Sie schaffte es nicht mehr, mit all diesen Menschen zu sprechen, die ihr Fragen stellten, teilweise sehr indiskret.“

„Sie hat trotzdem immer weitergemacht, weil sie zeigen wollte, wie gefährlich die Magersucht für junge Mädchen ist und auch für junge Männer, das werden ja auch immer mehr. Das ist wirklich eine Krankheit, derer man sich annehmen muss. Niemand weiß wirklich, wie er diese Krankheit heilen soll, weder Ärzte noch Psychologen.“

„Sie hat im Nachhinein einen Segen aus der Plakatkampagne für sich gemacht, denn sie hat mit Abgeordneten ein Gesetz entwickelt, damit es für die Models eine Regulierung gibt.“

Hintergrund:

In der von infoNetwork produzierten Dokumentation wirft VOX in exklusiven Interviews und mit außergewöhnlichen Bildern einen Blick in die vermeintliche Glitzer- und Glamour-Welt der Modewelt. „Die Fehler kommen nicht unbedingt von den Mädchen, das können auch die Agenten sein, die Mütter, die Familie, der Boyfriend – der auch Manager sein will. Solche Leute gibt es ja. Es gibt Hunderte von Möglichkeiten, dass das schief geht“, meldet sich auch Mode-Zar Karl Lagerfeld in der Dokumentation zu den Problemen der umworbenen Modebranche zu Wort. Schöne Frauen, aufregende Shootings, luxuriöse Kleider und spektakuläre Modeschauen. Aber – wie hart ist das Modebusiness wirklich? Wer profitiert vom Geschäft mit der Schönheit? Wer sind die einflussreichsten Persönlichkeiten und wie sind sie dazu geworden? Was geschieht mit denen, die dem Druck im Geschäft um makellose Schönheit und den hochgesteckten Idealen nicht mehr gewachsen sind? Mit packendem, zum Teil noch nie ausgestrahltem Bildmaterial, u.a. aus der Dokumentation „Picture Me – Tagebuch eines Topmodels“ von Ex-Model Sarah Ziff, und exklusiven Interviews aus der Welt der Schönen und Einflussreichen, u.a. mit Karl Lagerfeld, sowie US-Vogue-Chefin Anna Wintour und Top-Model Julia Stegner im Gespräch gewährt die VOX-Dokumentation einen außergewöhnlichen Blick hinter die Kulissen der umkämpften Modebranche.

Mode, Mädchen und Moneten – Hinter den Kulissen der Beauty-Industrie“ am 17. März um 22:30 Uhr bei VOX.