Zeitschrift MedienWirtschaft: Zuschauer wollen sich das TV-Progamm nicht mehr diktieren lassen

Hamburg (ots) – Dr. Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing bei T-Mobile Deutschland sowie Mitglied des Bereichsvorstands T-Home, Marketing, Bonn, sieht im Interview mit der ‚MedienWirtschaft – Zeitschrift für Medienmanagement und Kommunikationsökonomie‘ (Ausgabe 4/09, ET: 7. Dezember) den Siegeszug des so genannten IPTV bevorstehen. Die auf dem Internet basierende TV-Technik ermöglicht z.B. den zeitunabhängigen Abruf von TV-Inhalten und das Unterbrechen laufender Sendungen. Die relativ neuen technischen Möglichkeiten werden laut Illek bei entsprechender Penetration im deutschen Markt langfristig für eine nachhaltige Änderung des Nutzerverhaltens sorgen: Statt der Lean-Back- werde sich sukzessive eine Lean-Forward-Haltung der Zuschauer durchsetzen. „Das heißt, der Zuschauer möchte sich das Fernsehprogramm nicht mehr diktieren lassen, sondern will selbst entscheiden, wann er welche Sendung sieht“, sagt Illek.

Für ein zukunftsfähiges Erlösmodell hält Illek die Überlegung von TV-Sendern, für höhere (Ausstrahlungs-) Qualität eine Zusatzgebühr zu verlangen. Auch die Verlängerung von werbefinanzierten Video-on-Demand-Inhalten in Richtung TV hält er für möglich. Schwarz sieht er allerdings für die klassischen, stationären Videotheken: „Aus meiner Sicht wird es zunehmend eine Verschiebung vom klassischen Ausleihverfahren, wie wir es aus Videotheken kennen, in ein On-Demand-Verfahren über IP-Netze geben“, sagt Illek.

Die Deutsche Telekom steht mit ihrem IPTV-Angebot Entertain in direktem Wettbewerb zu anderen TV-Plattform-Betreibern. Sie hatte sich bekanntlich unter der Marke LIGA Total! die Live-Übertragungsrechte der 1. und 2. Fußball-Bundesliga gesichert (Saison 2009/2010 bis 2012/2013). Illek dazu: „Meine persönliche Überzeugung für den Erfolg im Plattform-Wettbewerb liegt darin, dass man exklusive Inhalte braucht, um sich von anderen Plattformbetreibern zu differenzieren“.

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