„Delta“ 13.2.2012

Beziehung von Bruder und Schwester führt zur Tragödie
ZDF zeigt preisgekrönten Film „Delta“

Mainz (ots) – Das Zusammenleben zweier Geschwister und die Vorurteile gegenüber einer vermeintlich unnatürlichen Beziehung sind die Themen des Spielfilms „Delta“, den das ZDF am Montag, 13. Februar 2012, 0.25 Uhr, als Kleines Fernsehspiel zeigt. Die abgeschiedene Landschaft des Donaudeltas bildet den Schauplatz für die Geschichte zweier Geschwister, die durch ihre Liebe zu Außenseitern werden. Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó lässt in „Delta“ einen jungen Mann in ein abgeschiedenes Dorf zurückkehren. Dort lernt er seine Schwester kennen, von deren Existenz er nichts wusste. Die junge Frau ist zart und schüchtern, aber sehr bestimmt in ihrer Entscheidung, das Dorf zusammen mit ihm zu verlassen. Sie bauen ein gemeinsames Haus mitten im Wasser, weit weg von allen anderen. Ihr Zusammenleben sorgt für viele Gerüchte im Dorf. Die Einheimischen lehnen die „unnatürliche“ Beziehung ab. Während eines Festes im Haus auf dem Wasser spitzt sich die Situation zu. Zu seinem Film, den Kornél Mundruczó in Zusammenarbeit mit der ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel und ARTE realisiert hat, sagt er: „Mir ging es nicht darum, sexuell abweichendes Verhalten zu thematisieren, sondern darum, zu begreifen, welche Art von Freiheit es jemandem ermöglicht, Normen zu überwinden. Das Herz der Geschichte ist nicht der Inzest, sondern der Mut, den man haben muss, um eine natürliche Anziehungskraft zu akzeptieren, selbst wenn das mit den Konventionen bricht. Es ist unerträglich, dass es Menschen gibt, die denken, sie hätten das Recht diejenigen zu verfolgen, die nicht der Norm entsprechen.“

„Delta“ hatte seine Premiere 2008 bei den Internationalen Filmfestspielen Cannes und wurde dort mit dem Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI ausgezeichnet. Beim nationalen Filmfestival Ungarns wurde „Delta“ 2008 gleich mit drei Preisen ausgezeichnet: mit dem Großen Preis als Bester Spielfilm, dem Preis für die Beste Musik (Félix Lajkó) und dem Preis der Filmkritik „Gene Moskowitz“.

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