„Die Heimlichtuer“ 12.4.2011

ZDF-Dokumentation über Arbeitslose, die ein Doppelleben führen
8.4.2011 Mainz (ots) – Sie sind arbeitslos, versuchen dies jedoch zu verheimlichen und spielen Familie und Freunden ein geregeltes Arbeitsleben vor. Der Film „Die Heimlichtuer“ von Walter Krieg, den das ZDF am Dienstag, 12. April 2011, 22.15 Uhr, in seiner Reihe „37°“ ausstrahlt, hat drei Menschen mit der Kamera begleitet, die ein solches Doppelleben führen.

Die Dokumentation beschreibt ihren Alltag und erzählt, wie sie in diese Situation geraten sind. Es ist ein Film über Existenzängste, Realitätsverlust und den verzweifelten Versuch, Würde zu bewahren. Und über eine Gesellschaft, in der Arbeitslosigkeit vielfach noch als selbstverschuldet und als Makel gilt.

Jeden Morgen bringt Jutta ihre beiden Kinder mit dem Auto zur Schule und fährt dann weiter zur Arbeit. Jedenfalls glauben das die Kinder und ihr Ehemann. In Wirklichkeit drückt sich Jutta, die ihren Job in der Anzeigenabteilung einer Zeitung verloren hat und ihre Arbeitslosigkeit als Schande empfindet, in Einkaufszentren oder Parks herum – immer in der Angst, erkannt zu werden. Als sie Geld braucht, arbeitet sie in ihrer Verzweiflung heimlich als Prostituierte. Als die Wahrheit ans Licht kommt, steht Jutta vor einem Scherbenhaufen.

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Arthur hat einen gut bezahlten Job als leitender Angestellter, ein Einfamilienhaus am Rand einer bergischen Kleinstadt, eine funktionierende Ehe und viele Bekannte. Als ihm unerwartet gekündigt wird, sieht er das alles in Gefahr. Seiner Familie, seinen Freunden und Verwandten verheimlicht er die Arbeitslosigkeit und geht nach wie vor jeden Morgen – standesgemäß mit Hemd und Krawatte – aus dem Haus zur „Arbeit“. Tatsächlich packt er seine Thermoskanne jetzt auf dem Arbeitsamt aus und studiert stundenlang die Jobangebote. Dann macht er sich Gedanken, wie er die quälend lange Zeit bis zum „Feierabend“ verbringen kann, ohne dabei auf Bekannte zu treffen. Doch schließlich muss er seiner Frau gestehen, dass alles Ersparte aufgebraucht ist und er sie monatelang belogen hat.

Auch Werner hat seinen Job verloren und war einige Zeit auf Arbeitssuche. Weil er die besorgten Fragen von Familie und Freunden nicht mehr aushält, erzählt er allen, dass er wieder Arbeit hat. Monatelang lebt er von Erspartem. Als kein Geld mehr übrig ist und er nicht mehr weiter weiß, überfällt er immer wieder kleinere Drogeriemärkte. Zwei Jahre lang, bis er gefasst und schließlich zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wird. Heute kann er sich eingestehen, dass ihm der äußere Schein zu wichtig war, dass er eine Fassade aufrecht hielt, die irgendwann einstürzen musste.