„Die Spur des Bösen – Norwegen und der Breivik-Prozess“ 11.7.2012

„Die Spur des Bösen“
ZDF-Korrespondent Hermann Bernd über Norwegen und den Breivik-Prozess

9.7.2012 Mainz (ots) – Zehn quälend lange Wochen dauerte in Norwegen der Prozess gegen den Attentäter Anders Behring Breivik, der am 22. Juli 2011 69 junge Menschen, Angehörige der Jugendorganisation der Sozialdemokraten, beim Massaker auf der kleinen Fjordinsel Ütöja getötet hatte. Kurz vorher waren bei einem verheerenden, von Breivik verübten Bombenanschlag im Regierungsviertel von Oslo acht Menschen ums Leben gekommen.

Für die Dokumentation „Die Spur des Bösen – Norwegen und der Breivik-Prozess“, die am Mittwoch, 11. Juli 2012, 0.45 Uhr, ausgestrahlt wird, hat ZDF-Skandinavien-Korrespondent Hermann Bernd die Ereignisse nach dem 22. Juli 2011 dokumentiert und war Zeuge des Prozesses in Oslo. In seinem Film schildert er die Motive des Attentäters und die Diskussion, ob er zurechnungsfähig ist oder nicht. Opfer und Angehörige kommen zu Wort – aber auch der Verteidiger des Massenmörders. Die Urteilsverkündung ist für den 24. August geplant.

Der lange Prozess war vor allem quälend für die Opfer und Angehörigen. Doch sie haben stets betont, dass auch einem Massenmörder wie Breivik ein rechtsstaatlicher Prozess zugestanden werden muss. Die Norweger wollten zeigen, dass sie auch im Angesicht des Unfassbaren ihre demokratischen Werte nicht preisgeben.

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„Wir müssen mit diesem Trauma weiterleben“, sagt Eskil Pedersen, der Vorsitzende der norwegischen Jungsozialisten, „Es ist kein einziger Tag seit dem 22. Juli 2011 vergangen, an dem ich nicht daran gedacht habe“. Er spricht von dem schrecklichsten Gewaltverbrechen, das Norwegen seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Anders Behring Breivik hat die Morde gestanden. Bis ins Detail hatte er beide Anschläge geplant, als Motiv gibt er später an, Norwegen gegen den Islam und den Kulturmarxismus verteidigen zu wollen.