„Die Vermittler“ 14.5.2012

Berliner Jobcenter im Fokus des ZDF-Dokumentarfilms „Die Vermittler“
Kleines Fernsehspiel von preisgekrönter Regisseurin Astrid Schult

10.5.2012 Mainz (ots) – Sie sind die „PAP“, die „persönlichen Ansprechpartner“, die Fallmanager oder auch Vermittler. Ihr Arbeitsplatz hat Beichtstuhl-Charakter. Täglich sitzen sie Menschen in Notsituationen gegenüber, bearbeiten Existenzprobleme, versuchen zu helfen, zu trösten oder verhängen Sanktionen. Ihre Entscheidungen haben maßgeblichen Einfluss auf das Leben ihrer Kunden. In „Die Vermittler“ am Montag, 14. Mai 2012, 0.25 Uhr, lassen sich vier so genannte Fallmanager aus Berliner Jobcentern über die Schulter schauen.

David Fardi ist Arbeitsvermittler in Neukölln. Er hat mehrere hundert Kunden. Obwohl er ein unverbesserlicher Optimist ist und jeden motivieren möchte, stößt er immer häufiger an seine Grenzen.

Ingo Trippel arbeitet im Job-Center Marzahn-Hellersdorf und ist für Kunden mit „multiplen Vermittlungshemmnissen“ zuständig. Menschen, die zum Beispiel wegen Drogen- oder Alkoholproblemen, psychischen Erkrankungen oder ähnlichen „vermittlungsrelevanten Hemmnissen“ schwer oder gar nicht in den Arbeitsmarkt gelangen, werden von ihm betreut.

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Ines Fricke ist Fachassistentin im Leistungsteam. Sie bewilligt Hartz IV-Bescheide und berechnet, wie viel Geld einem Kunden zusteht. Ines und ihre Kollegin Nanette Ummerlee müssen viele Beschwerden von Kunden entgegennehmen, besonders dann, wenn das Geld nicht rechtzeitig gezahlt wurde. Sie sind auch für Notfälle zuständig, bei denen die Kunden dringend bare Mittel brauchen.

Der Film legt den Fokus auf die Kundengespräche. Er zeigt, was es bedeutet, individuell auf die Kunden einzugehen, und wie komplex und aufreibend die Arbeit ist.

„Die Vermittler“ gibt einen Einblick in die Welt der Berliner Jobcenter. Die Beobachtungen zeigen Arbeitslose wie Arbeitsvermittler in einem bürokratischem Kammerspiel, einer Zwangssituation mit absurden, komischen und tragischen Momenten.

Autorin und Regisseurin Astrid Schult erhielt zusammen mit ihrem Kameramann Sebastian Bäumler für ihre Arbeiten, zu denen neben „Die Vermittler“ auch ihr ebenfalls für das Kleine Fernsehspiel entstandene Diplomfilm „Der innere Krieg“ gehört, den „Kunstpreis Film- und Medienkunst 2012“ der Akademie der Künste Berlin.