„hallo deutschland spezial“ 17.3.2012

Auge in Auge mit dem Mörder
ZDF zeigt Krimi-Reportage „Der Doppelmord von Flonheim“als „hallo deutschland spezial“

13.3.2012 Mainz (ots) – „Sie hat gehofft, dass sie in den Augen des Mörders ein Zeichen der Reue sehen kann“, sagt die ZDF-Journalistin Ulrike Eichin über die Protagonistin ihrer Kriminal-Reportage „Der Doppelmord von Flonheim“. Die Autorin rekonstruierte den Fall und begleitete für „hallo deutschland spezial“ acht Jahre lang die Hinterbliebenen des 2004 ermordeten Ehepaars Thom im rheinhessischen Flonheim. Die Reportage ist am Samstag, 17. März 2012, 18.35 Uhr, im ZDF zu sehen.

Eine 45-minütige Fassung sendet der Digitalkanal ZDFinfo am Samstag, 25. März, um 23.15 Uhr sowie am Sonntag, 26. März, 20.15 Uhr, unter dem Titel „Protokoll eines Verbrechens. Der Doppelmord von Flonheim“.

Mit einem Hammer schlägt der Täter seine Opfer Elke und Helmut Thom in ihrem Haus nieder. Danach ersticht er das Ehepaar mit mehreren Messerstichen. Zeuge der Tat wird der zweijährige Sohn des Paares, Max, sein älterer Bruder Patrik findet die Leichen der Eltern. Eine Sonderkommission der Mainzer Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Nur zehn Tage später wird der mutmaßliche Täter, der türkische Staatsangehörige Kenan Kütük, überführt. Doch durch Flucht in seine Heimat kann sich der Mann der Festnahme entziehen, eine Auslieferung lehnt die Türkei ab. Erst acht Jahre nach dem Verbrechen wird der Mörder Ende Januar 2012 von einem türkischen Gericht im südost-anatolischen Adiyaman zu einer zweimal lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Das Motiv der Bluttat ist nach wie vor unklar.

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Angelika Lehmann ist die jüngere Schwester der ermordeten Elke Thom. Die beiden hatten ein sehr enges Verhältnis zueinander. Ulrike Eichin begleitete die 46-Jährige zur Urteilsverkündung in die Türkei. Angelika Lehmann will mit dieser Reise endlich Frieden mit der Vergangenheit schließen. „Aber die Trauer um die Toten wird immer Teil ihres Lebens sein“, sagt die Autorin. In ihrem Film dokumentiert Ulrike Eichin die Arbeit der Ermittler der Sonderkommission, spricht mit DNA-Spezialisten sowie Rechtsmedizinern und berichtet über Probleme und Hindernisse bei der Zusammenarbeit mit der türkischen Polizei. Sie erzählt, wie verheerend sich das Verbrechen auf die Angehörigen der Opfer auswirkt. Behutsam zeigt sie auch die Entwicklung des kleinen Max, der noch immer voller Ängste steckt.

Für ihre im Juli 2006 im ZDF ausgestrahlte Dokumentation „Der Fall: Der Doppelmord von Flonheim“ hat die ZDF-Journalistin Ulrike Eichin 2007 den ersten Journalistenpreis der Stiftung Presseclub Mainz erhalten.