Helmut Ringelmann ist verstorben

„Seine Figuren haben ihn zur Legende gemacht“
ZDF-Intendant Schächter zum Tod von Produzent Helmut Ringelmann

Mainz 22.2.2011 (ots) – Deutschlands erfolgreichster Krimiproduzent Helmut Ringelmann ist tot. Der Produzent der berühmten ZDF-Krimiserien „Derrick“, „Der Alte“ und „Der Kommissar“ starb im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Grünwald. ZDF-Intendant Markus Schächter bezeichnete Ringelmann als einen der wichtigsten Produzenten aus der Gründerzeit des deutschen Fernsehens. Schächter: „Helmut Ringelmann hat mit seinen Ermittlern Fernsehlegenden erschaffen; seine Figuren Oberinspektor Derrick, Kommissar Keller und Kriminalhauptkommissar Köster haben auch ihn zur Legende gemacht. Das ZDF ist seinem Ausnahmeproduzenten und jahrzehntelangen Partner dankbar.“ Im vergangenen Oktober hatte Helmut Ringelmann sich aus dem Fernsehgeschäft zurückgezogen und seine Firma, die „Neue Münchener Fernsehproduktion“, an Susanne Porsche verkauft.

Geboren am 4. September 1926, absolvierte Ringelmann zunächst eine Schauspielausbildung bei Martin Held, 1949 wurde er Regieassistent bei Heinz Hilpert. Als Aufnahmeleiter und Produktionsleiter arbeitete er mit Regiegrößen wie Max Ophüls oder Stanley Kubrick zusammen, mit dem er 1957 den Antikriegsfilm „Wege zum Ruhm“ drehte. Ringelmann wurde zu Beginn der 60er Jahre geschäftsführender Produzent der Firma Intertel und begann, die ersten erfolgreichen Serien für das ZDF zu entwickeln und zu produzieren, darunter „Das Kriminalmuseum“ und „Die fünfte Kolonne“. 1967 gründete er die Produktionsfirma „Neue Münchner Fernsehproduktion“ und später die Telenova.

Als „Vater des deutschen TV-Krimis“ erschuf Ringelmann unvergängliche und einprägsame Ermittler-Figuren: zunächst den „Kommissar“ mit Erik Ode, darauf folgten „Derrick“ mit Horst Tappert, „Der Alte“ und schließlich „Siska“. Sie sind unsterbliche Klassiker der Fernsehunterhaltung geworden und prägen bereits seit Jahrzehnten das Sendeschema. Die erste „Kommissar“-Folge im März 1969 war eine Sternstunde des deutschen Fernsehkrimis. Mit dieser Reihe startete die einzigartige Krimikultur Ringelmanns am Freitagabend. Zu einem Welterfolg wurde die psychologische Krimi-Serie „Derrick“, die es seit ihrem Start im Oktober 1974 auf 281 Folgen brachte. Durchschnittlich mehr als 25 Millionen Zuschauer schauten sich 1974 die Krimireihe an, und in den Folgejahren wurde sie in mehr als 100 Länder verkauft. Ringelmann gestaltete damit die erste deutsche Krimi-Serie, die auch international Erfolg hatte. Auch die von ihm seit 1977 produzierte Krimi-Serie „Der Alte“ (erst mit Siegfried Lowitz, ab 1986 mit Rolf Schimpf und seit 2008 mit Walter Kreye), erwies sich als Dauerbrenner auf dem Bildschirm und mit 104 Auslandsverkäufen übertraf diese Serie noch „Derrick“.

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Für das ZDF gab Ringelmann ein Krimimuster vor, das bis heute Gültigkeit hat. Ein Muster für gewaltfreie Krimis, bei dem das psychologische Warum im Vordergrund steht. Besonders Horst Tappert wurde als unsterblicher Oberinspektor Derrick zum Botschafter seines Landes und korrigierte im Ausland Klischeebilder.

Zahlreiche Preise, darunter vier Bambis, der Bayerische Fernsehpreis, der Bayerische Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz I. Klasse und der Telestar 1997 für das Lebenswerk, bezeugen Helmut Ringelmanns Verdienste um die Fernsehunterhaltung.