„Rufmord im Internet“ 6.12.2011

„Rufmord im Internet“: ZDF-Dokumentation über Cyber-Mobbing unter Schülern

2.12.2011 Mainz (ots) – Mobbing im Klassenzimmer, per SMS oder im Internet ist unter deutschen Schülern weit verbreitet. Nach einer Forsa-Umfrage wird jedes achte Kind in Deutschland gemobbt. In Zeiten des Internets nimmt vor allem das Cyber-Mobbing drastisch zu. Der Film „Rufmord im Internet“ von Katrin Wegner, den das ZDF am Dienstag, 6. Dezember 2011, 22.15 Uhr, in der Reihe „37°“ ausstrahlt, porträtiert drei betroffene Jugendliche und ihre Versuche, mit Hilfe von Eltern und Lehrern den Psychoterror zu überstehen und aus der Opferrolle herauszufinden.

Ninti (15) wird im Internet gemobbt. In Internetforen wie „I share gossip“ wird sie mit vollem Namen erwähnt und als „Schlampe“ beschimpft, die mit jedem ins Bett gehe. Wer diese Lügen über sie verbreitet, weiß Ninti nicht, die Verursacher bleiben anonym. Aber: „Alle können es lesen und glauben, was da steht. Wenn ich in die Schule komme, tuscheln sie über mich. Jungs kommen auf mich zu und fragen, ob ich das, was im Internet steht, auch mit ihnen machen könnte.“

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Sylvia wurde eineinhalb Jahre lang gemobbt, zunächst von den Klassenkameraden, dann von der ganzen Schule. Jemand streute üble Gerüchte: per stille Post, per SMS und auch übers Internet. Die Schule wurde zum Spießrutenlauf. „Irgendwann habe ich gedacht, ich muss etwas an mir haben, was andere so provoziert.“ Sie sucht die Schuld bei sich selbst und fühlt sich immer schlechter, ihr Selbstwertgefühl sinkt auf Null.

Der 14-jährige Tobias hat eine Klasse übersprungen. Als er neu in die Stufe kam, war er fast zwei Jahre jünger als seine Mitschüler – und wurde zum Mobbingopfer. „Ich wurde von den anderen fertig gemacht. In der Umkleidekabine beim Duschen wurde ich mit heißem Wasser aus einem Schlauch abgespritzt. Die anderen fanden das witzig und haben gesagt: Tanz, Tobi, tanz!“ Alle Versuche, seinen Peinigern zu entkommen, schlugen fehl, die Situation eskalierte. Lehrer und Sozialarbeiter griffen ein und arbeiten bis heute mit Tobias, den Tätern, Mitläufern und der ganzen Klasse an einem besseren Klassenklima.